Unsere Geschichte als Regionalgruppe

Supervision gibt es seit etwa Mitte der achtziger Jahre in Dresden. Die Wurzeln der Supervisorinnen und Supervisoren sind dabei sehr verschieden.

Die ältesten Wurzeln der Supervision in Dresden liegen in den achtziger Jahren im kirchlichen Kontext. Die vorrangig analytisch ausgerichteten und an westlichen Standards orientierten Fortbildungen wurden vom Diakonischen Qualifizierungszentrum in Berlin (Ost) koordiniert. Große Unterstützung bei der Entwicklung eigener Konzepte boten dabei westdeutsche kirchliche Partnerinstitute.

Im Ergebnis konnte Supervision/ Praxisberatung als freiwilliges Angebot in kirchlich-diakonischen Handlungsfeldern genutzt werden. und trug zur Professionalisierung bei.

Erster Treffpunkt für Supervisorinnen und Supervisoren war die Evangelische Erwachsenenbildung in Dresden. Nach der friedlichen Revolution kamen weitere supervisorisch Tätige hinzu, die in den Umbruchzeiten sofort professionelle Supervision – vor allem im Nonprofitbereich – anbieten konnten. Am 08.07. 1994 wurde unsere Gruppe als Regionalgruppe der Deutschen Gesellschaft für Supervision (DGSv) anerkannt. Dies entsprach dem Bedürfnis der Gruppe nach fachlicher Vernetzung und Austausch.

Im staatlichen, universitären Kontext hatten Hans Hiebsch und Manfred Vorwerg das von der marxistischen Psychologie geprägte Sozialpsychologische Verhaltenstraining entwickelt. Sie verstanden die Gruppe/ das Kollektiv als vermittelnde Instanz und Ort von Sozialisation und Lernen. In den achtziger Jahren wurde das Verhaltenstraining persönlichkeitspsychologisch zum Training sozialer Kompetenz erweitert. Auch in der Arbeitspsychologie wurden Erfahrungen in der Arbeit mit Führungskräften in der DDR gesammelt. So boten Sozial- und Arbeitspsychologen aus ihrem Berufsverständnis heraus Trainings, Supervision und Coaching an und konnten damit nach 1989 spontan auf den wachsenden Supervisionsbedarf reagieren. Sie waren interessiert an Austausch und Zusammenarbeit und fanden so zur Regionalgruppe.

Nach der friedlichen Revolution wurde die Gruppe außerdem durch ausgebildete Supervisorinnen und Supervisoren bereichert, die den kulturellen Wechsel von Deutschland West nach Deutschland Ost vollzogen. In gemeinsamer Erfahrung und Auseinandersetzung konnten jetzt Ressourcen erschlossen werden, Prozesse in der Gesellschaft aus z.T. extrem unterschiedlichen Blickwinkeln zu verstehen.Die Regionalgruppe erwies sich in ihrer neuen Zusammensetzung als guter Ort der deutsch-deutschen Übersetzung, Ost-West-Klischees dingfest zu machen, und Wortbe-Deutungen zu rekonstruieren.

Schließlich kommen seit den neunziger Jahren Kolleginnen und Kollegen hinzu, die eine Supervisionsausbildung bei einem bundesweit anerkanntem, meist DGSv-zertifizierten Institut absolvierten bzw. absolvieren. Sie haben die Entscheidung über ihren professionellen Weg auf der Basis der heutigen gesellschaftlichen und professionellen Bedingungen und geklärter Standards getroffen. Diese Gruppe wächst und verjüngt die Regionalgruppe. Unter dem Aspekt von Generativität ist dies für die Zukunft von Supervision außerordentlich begrüßenswert.

Supervision in den letzten 20 bis 25 Jahren hat sich verändert, erweitert. Erweiterung weckt neue Struktur- und Rückkoppelungsbedürfnisse und zielt auf neue Orientierungen. Die DGSv als Berufsverband bietet uns klare Standards, ein Forum für Auseinandersetzungen, Fortbildungen sowie vielfältige Debatten zur Professionalisierung. Die Mitgliederversammlung der DGSv fand 1999 in Dresden statt. Die DGSv unterstützt unsere Aktivitäten, z.B. unsere Fachtage und unseren Auftritt auf der Messe „Karrierestart“.

Zu den Entwicklungen, die uns fachlich herausfordern, zählt neben dem ständigen gesellschaftlichen und beruflichen Wandel die gestiegene Reflexionsfähigkeit unserer Nutzerinnen und Nutzer und deren gewachsene Erfahrung mit Supervision.

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